Weil Kinder hier nicht geschlagen werden

Die Schüler der DAZ-Klasse, hier mit Lehrerin Beate Kehr und Schulassistent Christoph Schlienger, erzählen in einer Bilderausstellung aus ihren Herkunftsländern.
Die Schüler der DAZ-Klasse, hier mit Lehrerin Beate Kehr und Schulassistent Christoph Schlienger, erzählen in einer Bilderausstellung aus ihren Herkunftsländern.

DAZ-Schüler berichten in Bilderausstellung, warum sie in Deutschland gern zur Schule gehen
Wesselburen (rd) In einer friedlichen Umgebung aufzuwachsen, das ist eine Selbstverständlichkeit für Kinder, die in Deutschland wohnen. Nicht jedoch für die meisten Schüler der DAZ-Klassen an der Friedrich-Hebbel-Schule. 13 von ihnen erzählen jetzt in einer Bilderausstellung aus ihrem Leben.
Die Idee dazu entstand während des Unterrichts. Die Jugendlichen, die Deutsch als Zweitsprache (DAZ) lernen, griffen die Anregung von Klassenlehrerin Beate Kehr auf, sich anderen Schülern, Lehrern und Besuchern der Friedrich-Hebbel-Schule auf diese ungewöhnliche Art vorzustellen. Durch den Verkauf von Weihnachtsgebäck wurden Rahmen und Bilder finanziert. Lehrer Finn Bichel erstellte schwarz-weiße Porträtfotos, die Texte dazu wurden im DAZ-Unterricht verfasst.
Doch wie schildert man ein ereignisreiches, leidvolles Leben in nur wenigen Sätzen? „Ich habe die Sahara durchquert, die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer überstanden“, berichtet zum Beispiel Soliana Tedros Ghirmai. Alle Schüler sind froh und dankbar, endlich in Sicherheit zu leben. „Ich liebe die Schule in Deutschland, weil die Kinder hier nicht geschlagen werden“, erklärt die 14 Jahre alte Batul Al Hassan, die aus Syrien stammt. Diese traurige Erfahrung teilt sie mit fast allen Kindern ihrer DAZ-Klasse. Auch diejenigen, die aus Afghanistan, dem Iran und Eritrea stammen, berichten im Deutschunterricht von Schlägen mit Schlauch, Gürtel, Lineal oder Stock, selbst bei harmlosen Versäumnissen, zum Beispiel bei nicht gemachten Hausaufgaben.
Viele Schulgebäude sind in diesen Ländern so klein, dass die Lehrer in zwei Schichten unterrichten müssen: eine Klasse vormittags, die andere nachmittags. In die Klasse von Friba Sultani, die aus Afghanistan kommt, gingen 52 Kinder. Immerhin konnte sie überhaupt zur Schule gehen - das ist in ihrer Heimat keine Selbstverständlichkeit.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) beklagt, dass etwa drei Millionen Kindern in Afghanistan der Zugang zu Bildung verwehrt wird. Gründe dafür sind Lehrermangel, Kinderarbeit, Krieg und eine Gesellschaft, in der Frauen bei vielen als minderwertig gelten.
Kein Wunder, dass so gut wie niemand aus der DAZ-Klasse in die Heimat zurückkehren will. Alle möchten perfekt Deutsch lernen und sich hier eine berufliche Zukunft aufbauen. Automechaniker oder -lackierer, Journalistin, Polizistin, Bankkauffrau, Krankenschwester oder Ärztin - das sind die Berufswünsche. Der 14-jährige Iraner Javid Mirzali träumt davon, Lokführer zu werden und die Strecke zwischen Hamburg und Westerland zu bedienen. „Sie sind alle sehr motiviert“, lobt Beate Kehr ihre Schüler.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Friedrich-Hebbel-Schule im Flur des Verwaltungstraktes zu sehen. Es gibt Überlegungen, die Ausstellung an einem anderen Ort zu zeigen - und damit vielleicht auch mehr Menschen zum Nachdenken darüber anzuregen, welch großes Geschenk es ist, in Frieden zu leben.


Die Sprachschule im I-Treff

mehr lesen 0 Kommentare

Umsetzen einer Idee - Ausflug nach Cuxhaven

mehr lesen 0 Kommentare

Flüchtlinge nicht alle politisch verfolgt

Schleswig (dpa) Erstmals in der derzeitigen Flüchtlingssituation hat ein Oberverwaltungsgericht die Praxis der Asylbehörde BAMF bestätigt, syrischen Kriegsflüchtlingen nur eingeschränkten Schutz zu gewähren.


mehr lesen 6 Kommentare

Gelebte Integration

Von Michaela Reh
Brunsbüttel - Vorsichtig stützt Diana Alomar den älteren Patienten und begleitet ihn das kurze Stück zu seinem Rollator. Ulrich Koslowski soll ein wenig den langen Krankenhausflur auf und ab spazieren. Die 16-jährige Syrerin unterstützt ihn dabei.
Diana Alomar absolviert zurzeit ein Berufspraktikum im Westküstenklinikum (WKK). Ihre Deutsch-Kenntnisse sind bereits so gut, dass sie die Anweisungen gut versteht.


mehr lesen 0 Kommentare

Flüchtlingskonferenz in Lübeck

Leitlinien zur Flüchtlingspolitik   Lübeck (lno) Politiker, Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer haben am Mittwoch über die mittel- und langfristige Integration von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein diskutiert. Bei der zweiten Flüchtlingskonferenz des Landes in Lübeck bedankten sich Flüchtlinge ausdrücklich für die freundliche Aufnahme und die Hilfsbereitschaft von Bürgern und Behörden. Zugleich beklagten sie die Bürokratie im Land.


mehr lesen 0 Kommentare

Bessere Chancen

Von Beate Meißner
Marne - Zum ersten Mal erhält ein Schüler des Gymnasiums ein Stipendium der Start-Stiftung. Sie fördert begabte und engagierte Jugendliche mit Migrationshintergrund - so wie Mahdi Nabizadeh.
„Das ist ein tolles Gefühl“, sagt der 19-Jährige, „ich habe gar nicht damit gerechnet, dass ich angenommen werde.“ Vorgeschlagen für das Stipendium hat ihn Schulleiter Frank Beckmann. „Er ist ein sehr engagierter, verantwortungsbewusster junger Mann“, lobt er ihn, „das merkt man im Unterricht, wie er nachfragt, wie er mit anderen umgeht.“ Seit Kurzem pflegt der Schüler des zwölften Jahrgangs gemeinsam mit einem anderen auch die Internetpräsenz des Gymnasiums.


mehr lesen 0 Kommentare

Massenweise Asylklagen

Kiel (kim) Robert Habeck macht schon lange Druck. Dass syrischen Asylbewerbern der Flüchtlingsstatus verwehrt und damit auch der Familiennachzug um Jahre hinausgezögert wird, sei ein Missstand, der schleunigst behoben werden muss, betonte der Grüne kürzlich beim Schaulaufen um die Spitzenkandidatur der Ökopartei bei der Bundestagswahl.
Auch die SPD im Norden sieht das so. Und die Gerichte geben syrischen Flüchtlingen in 90 Prozent der Fälle recht, wenn sie sich dagegen wehren, dass ihnen nur subsidiärer Schutz zugesprochen wurde statt des Flüchtlingsstatus. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2016 haben bundesweit mehr als 17 000 Menschen Klage gegen ihren Flüchtlingsstatus eingereicht, unter ihnen 15 000 Syrer. Fast 6000 sind es allein im August gewesen. Im Norden gehen die Verwaltungsgerichte ebenfalls in die Knie angesichts des Ansturms der Klagewilligen. Im gesamten ersten Halbjahr 2016 meldete das Schleswiger Verwaltungsgericht 260 Klagen von Syrern. Im August schnellte die Zahl der Neueingänge dann auf 209 hoch und im September gingen 334 neue Klagen von Syrern ein, die ihre Familien nachholen wollen.


mehr lesen 0 Kommentare

Motiviert und wissbegierig

Von Michaela Reh, Brunsbüttel

Nicht nur trockene Theorie-Einheiten stehen auf ihrem Stundenplan, sondern auch ganz praktische Übungen: Zum Beispiel lange Schläuche auslegen und wieder einrollen, Hydranten fachgerecht anzapfen. Und was „Wasser marsch“ bedeutet, wissen sie längst: 25 Flüchtlinge besuchen seit Mai einen Grundkursus der Feuerwehr Brunsbüttel.


mehr lesen 0 Kommentare

Gesponserter Musikunterricht


Falls das Kind bereits einen Status hat und Sozialleistungen erhält,
könnte es bei uns aber einen Antrag auf Ermäßigung stellen, die bis zu einer
Höhe von 50 % möglich ist. Sie können auch beim Jobcenter erfragen, ob es
berechtigt ist, einen Gutschein für Bildung und Teilhabe zu erhalten, dieser
kann mit einem Wert von 10 Euro monatlich zusätzlich bei uns eingereicht
werden.


mehr lesen 0 Kommentare

Workshop-Café eröffnet

Von Reinhard Geschke
Meldorf - Volles Haus an der Grabenstraße: Bei der Einweihung des Workshop-Cafés platzen die Räume aus allen Nähten. Rund 100 Gäste, Helfer und Interessierte wollten sehen, wo künftig ein breites Programm für Migranten angeboten wird.
Die Initiative von Hoelp und Diakonischem Werk gilt landesweit als Modellprojekt. Nirgendwo gibt es bislang eine so enge Verzahnung von Angeboten mit interkulturellem Austausch von Einheimischen, Flüchtlingen und anderen Menschen mit Migrationshintergrund wie in Meldorf.


mehr lesen 0 Kommentare

Änderung der Bleibeperspektive für Somalier und andere

Seit dem 1. August 2016 formuliert das Bundesinnenministerium auch für Asylbewerber aus Somalia diese Bezeichnung. Somit haben Asylbewerber aus den Herkunftsländern Iran, Irak, Syrien, Eritrea und Somalia eine gute Bleibeperspektive, für die der Zugang zu bestimmten Maßnahmen offen ist.


0 Kommentare

Unternehmer wollen Flüchtlinge einstellen

Brunsbüttel (fan) Die Unternehmer der Region sehen in der Integration von Flüchtlingen große Chancen für die mittelständische Wirtschaft.
Der Flüchtlingsstrom lässt auch die Brunsbütteler Unternehmer nicht kalt. Aus diesem Grund habe man sich zu einem Treffen im vergangenen Jahr zusammentelefoniert, sagte Jens Magnussen. Daraus ist mittlerweile ein regelmäßiges Treffen geworden. So fand in den Räumen von Magnussens Unternehmen am vergangenen Mittwoch das dritte Frühstück mit knapp zehn Klein- und Mittelständlern aus den verschiedensten Branchen statt. Auch der Unternehmensverband Westküste war dabei.


mehr lesen 0 Kommentare

Land schließt Flüchtlingsheime

Alberdorf (el/lno) Mit der Schließung mehrerer Landesunterkünfte reagiert Schleswig-Holstein auf die deutlich gesunkenen Flüchtlingszahlen. Die augenblicklich nicht belegte Unterkunft in der früheren Albersdorfer Kaserne wird nur noch bis Jahresende betrieben.


mehr lesen 0 Kommentare

Politiker gegen neues Netzwerk

Brunsbüttel (fan) Die Stadt lehnt einen Zuschuss für den Aufbau eines Freiwilligen- und Ehrenamtsnetzwerkes in Dithmarschen ab.
Der Ortsverein Heide der Arbeiterwohlfahrt (Awo) plant den Aufbau einer zentralen Anlaufstelle sowie eine Online-Vernetzungsplattform zur Vermittlung ehrenamtlicher Tätigkeiten für ganz Dithmarschen namens „Friend“. Träger des 125 000 Euro teuren Projektes will die Awo in Heide sein. Allerdings sucht sie für das Vorhaben weitere Kooperationspartner, die sich mit einer Finanzspritze einbringen sollen.


mehr lesen 0 Kommentare

Plastiktüte gegen Stoffbeutel

 Büsum (md) Nach dem Aufstehen heißt es erst einmal Zähne putzen. Dann noch das Gesicht mit einer Waschlotion eingeseift. Damit die Haut nicht trocken wird, schnell noch eine Creme aufs Gesicht auftragen. Wer jetzt glaubt, das hat doch nichts mit Plastik zu tun, der wird auf dem Büsumer Markt der Nachhaltigkeit eines Besseren belehrt.


mehr lesen 0 Kommentare

Entspannte Lage auf der Südseite

Brunsbüttel (beh) Noch im Februar schlugen die Wellen hoch, als die Stadt zum ersten Mal die Bürger auf der Südseite öffentlich über die Einrichtung eines Flüchtlingsheims an der Bahnhofstraße informierte. Groß war die Angst vor dem Heim und seinen Bewohnern, die dort künftig leben sollten. Die zum Teil hasserfüllten Kommentare, die dem Bürgermeister seinerzeit um die Ohren flogen, waren im Rahmen der zweiten Bürgerinformation im April ausgeblieben - die Wogen hatten sich geglättet. Mittlerweile ist es still um das Thema geworden. Das dürfte wohl auch daran liegen, dass längst nicht alle der 76 verfügbaren Plätze belegt sind.

mehr lesen 0 Kommentare

Migration und ihre Ursachen

 Heide (köh) Die Asyldiskussion wird in Deutschland und anderen europäischen Ländern vor allem von Verteilungsquoten und Toleranzgrenzen bestimmt. Die Attac-Regionalgruppe Dithmarschen will das Thema von einem anderen Blickwinkel aus betrachten und die Ursachen mehr in den Mittelpunkt rücken.


mehr lesen 0 Kommentare

Stoff statt Plastik

Von Merle Dießelkämper
Büsum - Die Tomate an der Gemüsetheke in die Plastiktüte gepackt. Danach die Äpfel und Bananen noch schnell eingetütet, bevor es mit dem gesamten Einkauf zur Kasse geht. Dort werden die Lebensmittel dann in zwei Plastiktüten verstaut.


mehr lesen 0 Kommentare

Paten gesucht

Paten gesucht   Heide (hg) Seit dem Sommer vergangenen Jahres haben viele Menschen vor allem aus Syrien, aber auch aus anderen Krisenherden dieser Welt in Dithmarschen Zuflucht und ein neues Zuhause gefunden.


mehr lesen 0 Kommentare

Deutschkurs für Flüchtlinge

Die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt, Julia Heyer, hat im I-Treff einen kostenlosen Deutschkurs für persisch sprechende Neuankömmlinge gestartet, die noch keinen Platz in den regulären Kursen der VHS erhalten haben. Er wird immer von Montag bis Mittwoch jeweils von 9 bis 10:30 Uhr stattfinden. 

Arabische und Eritreische Flüchtlinge werden in der Jahnstrasse 3 zur gleichen Zeit unterrichtet. 

Beide Kurse werden ehrenamtlich durchgeführt.


0 Kommentare